Die weltweiten Lieferketten stocken

Fast überall auf der Welt kämpfen Unternehmen im Moment mit Lieferengpässen. Das Holz wird knapp auf den Baustellen, Kühlschränke haben fast 1 Jahr Lieferzeit, Stahlblech ist kaum zu bekommen. Dies bedeutet einen erheblichen Druck für die Logistikindustrie. Besonders in der Schifffahrtsindustrie kämpft man vermehrt gegen die pandemiebedingten Effekte, sprich verstopfte Häfen, fehlende Leercontainer in den Depots und massive Verspätungen.

Dazu kommt ein aktuell stark erhöhtes Lieferaufkommen, was den Druck zusätzlich steigert. Ein weiterer Punkt, welcher sich negativ auf das aktuelle Geschehen auswirkt, ist die erhöhte Nachfrage für Rohöl in den USA, welches in Rotterdam auf Tankerschiffen geladen wird und das bereits jetzt schon erhöhte Schiffsverkehrsaufkommen auf den Meeren zunehmend ausdehnt. Das bedeutet, dass viele Schiffe in Richtung Nordamerika fahren, die aber in den Häfen im System nicht gelöscht oder am Terminal entladen werden können. Sie ankern zum Teil wochenlang vor den Häfen und kommen nicht weiter. Das wiederum führt zu einer verspäteten Rückfahrt nach China. Die Schiffe kommen so im Durchschnitt aktuell rund drei Wochen verspätet an.

Und ewig grüsst der …Suezkanal

Neben diesen Corona-Effekten kommt die frühere Sperrung des Suezkanals hinzu, denn ein Grossteil der Waren wird über den Seeweg und entsprechend über den Suezkanal geroutet. Der Suezkanal war aufgrund eines Containerschiffes vom Reeder Evergreen, welches auf Grund gelaufen ist, komplett gesperrt und somit unpassierbar für alle nachkommenden Schiffe. Dies hatte ebenfalls zur Folge, dass sich ein erheblicher Stau gebildet hat und somit mit Verzögerungen von bis zu einem Monat gerechnet werden musste.

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Heute ist der Kanal wieder geöffnet. Es sind dort jedoch nach wie vor Schiffe unterwegs, welche sich aus diesem Grund nicht an den Zeitplan halten können. Wir befinden uns aktuell in engem Kontakt mit unseren Partnern, damit wir unserer Kundschaft verschiedene Optionen darlegen können, damit die gesetzten Lieferzeiten dennoch eingehalten werden können. Hierzu setzen wir nicht etwa auf Zugverbindungen, welche ohnehin schon knapp berechnete Plätze anbieten, sondern vielmehr auf Schiffs-Abfahrten im Export, welche eine Direktverbindung zwischen Abgangs- und Ankunftshafen anbieten. Hiermit vermeidet man, dass es beim Umladen der Ware in einem Transithafen zu weiteren Verzögerungen kommt.

Neue Konzepte: Splitsendungen

Ebenfalls gibt es die Möglichkeit, die Ware zu splitten und somit einen Teil per Stückgut und einen per Container zu verschiffen. Das hat den positiven Effekt, dass man bei dringend benötigen Gütern bereits einen ersten Teil versenden kann und der Empfänger somit nicht kompletten Leerstand zu befürchten hat. Weitere Optionen sind zurzeit in Planung, werden unseren Kunden jedoch laufend mitgeteilt.

„De schnäller isch dä gschwinder“

Fazit ist, dass ein komplettes Umdenken auch seitens Versender sowie Empfänger stattfinden muss und allfällige Sendungen bzw. Bestellungen nicht mehr kurzfristig wie bis anhin, sondern so früh wie möglich bei uns angefragt werden müssen um die geeignetsten sowie kostengünstigsten Transportmöglichkeiten anbieten zu können.

Foto Suezkanal: FAZ:https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/auto-verkehr/ever-given-blockiert-suezkanal-die-hoffnung-auf-schnelle-befreiung-schwindet

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